Interview / Mareike & Jacky

Marathon-Läuferin Mareike aus Flensburg kam eher über Umwege zum Fahrradfahren mit Hund. Ihre Golden-Retriever-Irish-Setter-Mix Hündin Jacky ist eine aktive, lauffreudige Hündin. Vor 4 Jahren fand sie bei Mareike ihr neues Zuhause und begleitet seitdem ihre Zweibeinerin bei ihren Läufen.

Wie alles anfing

Bei einem der unzähligen Läufe, die die beiden gemeinsam unternahmen, passierte es. Jacky vertrat sich und humpelte. Daraufhin war Mareike mit ihr bei einem Osteopathen, der ein Cauda Equina Syndrom bei Jacky feststellte!

Cauda Equina (oder auch lumbosakrale Stenose) ist eine neurologische Erkrankung der Wirbelsäule. Sie tritt meist bei großen Hunderassen in fortgeschrittenen Alter auf. Dabei sind die Nervenwurzeln zwischen den Lendenwirbeln und dem Kreuzband zu eng. Durch die Verengung werden die Nerven dort gequetscht und können Schmerzen verursachen.

War das das Ende der gemeinsamen Läufe? Bei Jacky war das Syndrom glücklicherweise nur sehr schwach ausgeprägt. Sie hatte beim Laufen keine Schmerzen. Trotzdem war Mareike sehr vorsichtig und schonte ihre Hündin. Die Halbmarathon-Strecke (oder länger) wollte sie Jacky nicht mehr mitlaufen lassen. Sie befragte noch weitere Tierärzte und Experten und probierte aus wie viel Laufen für Jacky noch gut war.

Für alle Kilometer, die Mareike darüber hinaus laufen wollte, suchte sie eine andere Lösung für Jacky.
Und diese Lösung fand sie in Form eines Fahrradanhängers. Den konnte Mareike zu einem Jogger umbauen und Jacky auf ihren Trainingsläufen darin vor sich herschieben.

Neben der Jogger-Funktion wird der Fahrradanhänger auch für die Fahrt zum Stall eingesetzt. Wenn Mareike ihren Wallach Benji besucht, darf Jacky natürlich mit.

Eine Fahrradtour zum 10km entfernten Stall geht für Jacky aber nur noch im Fahrradanhänger. So kann sie ein paar Kilometer selbst laufen und sonst die Aussicht aus dem Anhängerfenster genießen.
Gerade auch bei den sommerlichen Temperaturen der letzten Wochen eine super Lösung. Wenn es zu warm ist, um kilometerweit auf eigenen Pfoten zu laufen, ist ein Fahrradanhänger die perfekte Wahl für die Hündin.

Auch wenn Jacky keinen Marathon mehr laufen wird, ist und bleibt sie eine aktive Hündin, die sich gern bewegt. Wenn sie wieder aussteigen darf, ist die Freude immer noch jedes Mal groß 😉Mit dem Fahrradanhänger bzw. Jogger kann Mareike ihre Hündin jetzt jederzeit schonen. So hat Jacky weiterhin die Freiheit dabei zu sein und zu laufen – solange es ihr gut tut.

Der Anhänger

Aktuell hat Mareike einen Fahrradanhänger der Marke Doggyhut (XL). Den hat sie sich momentan ausgeliehen, um zu testen wie sie damit klar kommt. Für den nächsten Kauf wird sie besonders darauf achten, dass der Anhänger sowohl als Jogger als auch hinter dem Fahrrad eine gute Figur macht. Beide Funktionen sind für sie im Alltag wichtig.

Bei der Gewöhnung an den Anhänger hatte Mareike Glück, dass ihre Jacky so schnell lernte. Zuerst stand der Fahrradanhänger ohne Räder im Zimmer. So konnte nichts wackeln und die Golden-Retriever-Hündin hatte in Ruhe Zeit, sich das Ganze anzuschauen (und Leckerlis dafür zu kassieren 😉 ). Wie sich herausstellte, hatte Jacky am Anhänger nichts auszusetzen.
Danach ging das Training draußen weiter. Diesmal mit den Rädern am Fahrradanhänger. Und siehe da, schon nach 10min hatte die Hündin herausgefunden, dass so ein Jogger super ist! Es ist gemütlich und man kann sich die Welt anschauen, während Frauchen ordentlich schiebt (und neben Bein- auch Armmuskeln trainiert – super! 😉).

Der Luxus eines Fahrradanhängers

Auch wenn sie den Anhänger eigentlich nur wegen der Erkrankung ihrer Hündin angeschafft hat, möchte Mareike jetzt gar nicht mehr darauf verzichten.

Jeder Hund – egal ob zu jung oder zu alt zum Laufen am Fahrrad, ob verletzt oder gesund – kann immer mit dabei sein. Man muss nicht auf die Fahrradtour am Wochenende verzichten. Und man kann das Auto einfach mal stehen lassen und kleine Besorgungen oder Besuche mit dem Fahrrad erledigen. Das ist super! 😊

So ein Anhänger ist außerdem total praktisch. Denn man kann auch noch ab und zu etwas dazu legen. Für den einen oder anderen Einkauf oder das Reiter-Equipment ist immer noch ein bisschen Platz neben dem Hund.

Für Mareike und Jacky die perfekte Lösung. Mareike kann weiterhin ihren Lieblingssport betreiben und ihre Hündin kann trotz Cauda Equina immer mitkommen. Dabei kann Mareike auch ganz beruhigt sein und muss sich keine Sorge über Jackys Rücken machen.

Einen kleinen Nachteil hat das Fahrradfahren mit Anhänger aber trotzdem. Es ist wesentlicher anstrengender als ohne. Jacky wiegt 30kg! Mit Anhänger zieht Mareike locker 45kg hinter sich her. Auch, wenn es in Schleswig-Holstein kaum Steigungen gibt, das Gewicht merkt man beim Fahren.

Zudem verhält sich der Anhänger unter Umständen sogar wie ein Fallschirm. Der Wind fährt vorn in den offenen Anhänger rein, bläht ihn auf und bremst ganz ordentlich.

Aber was ein echter Sportsgeist ist, der sieht das als echte Herausforderung 😉

 


ueber Mareike Portrait Foto

 

Mareike ist eine passionierte Läuferin, Pferde-Närrin und stolzes Frauchen der 6jährigen Golden-Retriever-Irish-Setter Hündin Jacky. Auf Instagram lässt sie euch an ihrem Leben mit Jacky teilhaben. Ihr findet die beiden hier:
instagram.com/running_with_jacky

 


 

Ein Kommentar zu “Interview / Mareike & Jacky

  1. Katrin Eichhofg

    Wow. Alle Achtung – joggen mit Hundebuggy. Aber super, dass Du diese Lösung für Euch beide gefunden hast.
    Solltest Du einen Anhänger anschaffen wollen und den Burley Tail Wagon in Betracht ziehen, weil dieser sehr leicht ist, kann ich Dir dazu gerne etwas sagen.
    Ansonsten wäre vielleicht auch ein umgebauter Kinderanhänger eine Lösung für Dich. Wir nutzen einen solchen aus Gewichtsgründen in den Bergen.

    Grüße aus München
    Katrin

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