Welches Fahrrad passt zu mir und meinem Hund?

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten den Hund mit dem Fahrrad zu transportieren. Ich möchte dir hier einen Überblick geben, um dir bei deiner Entscheidung zu helfen. Es gibt für jedes Hund-Mensch-Team das richtige Fahrrad mit der richtigen Transportbox oder den richtigen Anhänger. Bei der Wahl kommt es zum einen natürlich auf die Größe und das Gewicht des Hundes an. Aber auch die örtlichen Gegebenheiten sind wichtig zu beachten. Fährst du mit deinem Hund zur Hundeschule kurze Strecken vor allem durch die Stadt? Oder soll dich deine Fellnase auf längeren, vielleicht sogar mehrtägigen Radtouren begleiten? Hier möchte ich dir alle Möglichkeiten vorstellen, die mir vor meiner eigenen ersten Radtour mit meiner Hündin durch den Kopf gingen.

#1 Korb am Fahrradlenker #2 Korb auf einem Vorderrad-Gepäckträger #3 Korb auf einem Hinterrad-Gepäckträger #4 einspurige Fahrradanhänger #5 zweispurige Fahrradanhänger #6 zweispurige Lastenanhänger #7 Bäckerrad #8 zweispuriges Lastenrad (“Christiania Rad”) #9 einspuriges Lastenrad (“Long John”) #10 E-Bikes

 

#1 Korb am Fahrradlenker

Diese Transportmöglichkeit ist für kleine, leichte Hunde bis ca. 5kg geeignet (z.B. für Zwergpinscher, Papillon oder Yorkshire Terrier). Wer einen solchen “Zwerg” hat, hat kaum Probleme ihn mit einem normalen Fahrrad mitzunehmen. Fahrradkörbchen gibt es in vielen Formen und Größen. Spezielle Hunde-Fahrradkörbe sind zudem mit einem Gitterdeckel ausgestattet, damit der Hund während der Fahrt nicht rausspringen oder rausfallen kann. Einige Körbchen-Modelle, die vorne am Lenker zu befestigen sind, sind aus Stoff gefertigt. So sind sie wesentlich leichter als Modelle aus Weide und Metall. Gerade kleine Hunde können mit den Pfoten auch nicht in ein Gitter geraten. Ein Nachteil von einem Körbchen am Lenker ist jedoch, dass sich alle Bewegungen des Hundes direkt auf den Lenker und damit auf das Fahrverhalten des Fahrrads auswirken. Wenn der Hund nur 2kg wiegt, merkt man das als Fahrer kaum. Aber wenn der Hund näher an der 5kg-Grenze ist, dann kann das unangenehm schwammig beim Lenken werden. Manche Radler gewöhnen sich aber schnell an das zusätzliche Gewicht am Lenker. Einfach mal ausprobieren und mit einem Gegenstand Probe fahren, der ungefähr dasselbe Gewicht hat wie der eigene Hund. Wenn diese Körbchen-Variante eine passende Möglichkeit für dich und deinen Hund ist, sollte du auch darüber nachdenken, dein Rad mit einem Zweibein-Fahrradständer auszurüsten. Durch das Gewicht am Lenker neigt das Rad dazu umzufallen. Mit einem sicheren, beidseitigen Zweibein-Fahrradständer, kannst du deinen Hund aus dem Korb heben ohne das Rad gleichzeitig festhalten zu müssen. Einfache Hunde-Körbe für den Fahrradlenker gibt es ab ca. 25€. Je nach dem welche Größe, Qualität und Ausstattung du möchtest (z.B. mit zusätzlichem Gitter oder Sonnenschutz für den Hund), kann ein Korb aber auch noch deutlich teurer sein. nächste Seite —>  #2 Korb auf einem Vorderrad-Gepäckträger

#2 Korb auf einem Vorderrad-Gepäckträger

Wenn dein Hund etwas mehr wiegt, kannst du dein Fahrrad mit einem Vorderrad-Gepäckträger ausstatten. Solch ein Gepäckträger kann einen Hund bis etwa 10kg tragen. Einige Hersteller geben sogar 15kg als Maximalgewicht an. Hunderassen, für die diese Transportmöglichkeit in Frage kommt, sind z.B. französische Bulldogge, Mops oder kleine Terrier. Diese Gepäckträger sind in einer schmalen oder breiten Variante erhältlich und meist problemlos auf jedem klassischen Fahrrad zu montieren. Manche Gepäckträger werden allerdings derart auf dem Vorderrad montiert, dass die Auflagefläche schräg ist. Hier musst du abwägen, ob und wie stark das Gefälle der Grundfläche deinen Hund stören würde. Kann er trotzdem während der Fahrt das Gleichgewicht gut halten oder rutscht er zu stark? Da man zunächst nur den Gepäckträger anbringt, musst du dich zusätzlich noch für eine Box oder einen Korb entscheiden. Hier kommt es bei einem ähnlichen Hunde-Gewicht vor allem auf die Größe des Hundes an. Ist dein Hund groß und schlank, muss der Rand des Korbes entsprechend höher sein, damit der Hund während der Fahrt nicht rausfällt oder -springt. Je größer der Korb wird, desto schwieriger ist es auch, ihn sicher auf einem schmalen Gepäckträger zu befestigen. Wie bei dem klassischen Körbchen am Lenker, beeinflusst eine Last auf dem Vorderrad jedoch auch das Fahrverhalten. Je größer und schwerer die Box mit dem Hund ist, desto schwammiger und unangenehmer kann es werden (vor allem im Straßenverkehr, wenn man häufig lenken und bremsen muss und es das eine oder andere Hindernis gibt, dem man ausweichen muss). Je mehr sich dein Hund im Körbchen oder der Box bewegt, desto wackeliger wird das Ganze natürlich. Ein entspannter Hund bedeutet dann auch sicheres, entspanntes Fahren. Wenn man das Fahrrad vorne belastet, verändern sich zusätzlich die Gewichtsverhältnisse des Fahrrads und man muss sehr vorsichtig über z.B Bordsteine oder Kanten fahren. Das Fahrrad tendiert dann dazu vornüber zu kippen (bei einem 5kg-Hund auf einem alten Stahlfahrrad wird das kaum passieren – 10kg-Hundelast auf einem Aluminium-Fahrrad machen es jedoch komplizierter). Auch bei dieser Transportvariante solltest du auf einen stabilen Stand des Fahrrads beim Abstellen achten und einen Zweibein-Fahrradständer anbringen. Ein stabiler Vorderrad-Gepäckträger kostet ca. 15€ – 25€. Speziell für eine Anbringung auf einem Vorderrad-Gepäckträger gefertigte Boxen oder Körbe habe ich nicht gefunden. Ich würde daher entweder einen Hundekorb für den Hinterrad-Gepäckträger einfach vorne anbringen oder einen einfachen Weiden- oder Kunststoffkorb befestigen. Hier hängen die Preise stark von der Größe und dem Material ab. Einen Weidenkorb gibt es ab ca. 40€, einen Kunststoffkorb ab 20€. Für die Anbringung der Box auf dem Gepäckträger solltest du nochmal geringe Extrakosten einplanen z.B. Kabelbinder für ca. 4€. nächste Seite —> #3 Korb auf einem Hinterrad-Gepäckträger

#3 Korb auf einem Hinterrad-Gepäckträger

Ein herkömmlicher Gepäckträger kann theoretisch mit bis zu 25kg beladen werden. Da sich der Schwerpunkt einer Last auf einem normalen Hinterrad aber sehr weit oben befindet, finde ich, dass 25kg viel zu viel für sicheres Fahren ist. Hinzu kommt, dass wohl die wenigsten Menschen ihren 25kg-Hund auf Gepäckträger-Höhe hieven möchten (und können). Ich würde daher auch den Hinterradgepäckträger als Transportvariante für Hunde bis ca. 15kg empfehlen. Da auch das Gewicht des Fahrers ohnehin stark auf dem Hinterrad lastet, ist außerdem zusätzliches Gewicht auf dem Gepäckträger zunächst nicht ungewohnt. Wie bei dem Vorderrad-Gepäckträger musst du dich für eine passende Box oder Korb entscheiden. Je größer jedoch die Box für den Hund ist, desto stärker wird auch das Fahrverhalten beeinflusst, da der Hund sein Gewicht von einer Seite auf die andere verlagern kann. Wenn dein Hund ruhig und entspannt im Korb mitfährt, dann wird das sicher weniger problematisch für dich werden. Ich würde dir aber in jedem Fall empfehlen, diese Transportvariante mit einem schweren Gegenstand zu testen. So kannst du üben, mit dem neuen Fahrverhalten deines Rads umzugehen, bevor du deinen Hund langsam an den Korb gewöhnst. Da sich dein Hund während der Fahrt hinter dir befindet und du ihn nicht immer im Auge behalten kannst, ist hier auf jeden Fall ein Gitterdeckel auf Box oder Korb zu empfehlen. Und auch auf eine stabilen Stand des Fahrrads beim Abstellen solltest du in jedem Fall achten z.B. mit einem Zweibein-Fahrradständer. Für klassische Gepäckträger gibt viele Hunde-Modelle aus Weide mit einem Drahtgitter. Sie haben meist schon eine spezielle Halterung für das Anbringen am Gepäckträger und sind in verschiedenen Größen ab ca. 40€ erhältlich. Je nach Qualität, Material und Verarbeitung kannst du aber auch bis 150€ ausgeben. Wenn bei den handelsüblichen Körben nicht das richtige für deinen Hund dabei ist, kannst du deinen Korb auch selbst zusammenstellen und z.B. eine einfache Kunststoffbox (ab ca. 20€) mit einem Gitterdeckel ausstatten. Hobbybastler sind hier im Vorteil 😉 nächste Seite —> #4 einspurige Fahrradanhänger

#4 einspurige Fahrradanhänger

Obwohl man ihn relativ selten im Straßenverkehr und auf Radtouren sieht, hat der einspurige Fahrradanhänger einige Vorteile, die ihn interessant für den Hundetransport machen. Zum einen nimmt er sehr wenig Platz auf der Straße oder auf dem Weg ein, sodass man z.B auch in einer Fahrspur eines Feldweges gut fahren kann. Zum anderen sind diese Anhänger speziell für sportliches Fahren und lange Fahrradtouren entwickelt wurden. Damit sind sie leichter (zwischen 5kg und 10kg) als zweispurige Anhänger, flexibler und auch mit guter und individuell einstellbarer Federung erhältlich. An Fahrrädern, deren Hinterrad mit Schnellspannern montiert ist, geht auch die Befestigung des Anhängers für eine Tour sehr zügig. Und natürlich lassen sie sich in der Garage oder im Keller recht platzsparend lagern. Eben weil einspurige Fahrradanhänger aber vor allem für den Transport von Reisegepäck entwickelt wurden, sind nur sehr wenige geschlossene Transportboxen für Einrad-Anhänger im Handel erhältlich. Hier ist häufig Eigenbau oder eine Maßanfertigung nötig. Und obwohl die Anhänger mit ca. 30kg beladen werden können, ist der Platz bei einer Grundfläche von ca. 60cm x 40cm begrenzt. Daher sind einspurige Anhänger nur begrenzt für sehr große Hunde geeignet. Wenn du aber z.B. einen älteren Hund hast, der einen möglichst ebenen Einstieg braucht oder du deinen Hund nicht heben möchtest (oder kannst), dann ist dieser Anhängertyp vielleicht die richtige Transportmöglichkeit für dich. Wie so oft unterscheiden sich die Preise auch bei einspurigen Anhängern sehr stark und reichen von ca. 60€ bis 550€. Die Konstruktion ist bei allen Modellen sehr ähnlich, aber Qualität, Verarbeitung, Eigengewicht und Federung machen hier den Unterschied. nächste Seite —> #5 zweispurige Fahrradanhänger

#5 zweispurige Fahrradanhänger

Die meisten zweispurigen Fahrradanhänger sind für den Transport von Kindern konzipiert und gebaut worden. Da hier oft die Kindersitze oder zumindest eine Sitzfläche fest verbaut sind, eignen sich diese Modelle eher wenig für den Hundetransport. Es gibt jedoch auch speziell für Hunde entwickelte Fahrradanhänger. Sie sind schon mit einem Verdeck aus Fliegengitter, Stoff und verschiedenen Reißverschluss-Öffnungen für den Ein- und Ausstieg versehen. Das hat den Vorteil, dass keine Umbaumaßnahmen oder zusätzlichen Anschaffungen nötig sind. Du kannst den Anhänger einfach ans Fahrrad hängen, deinen Hund einpacken und losfahren (wenn dein Hund das Fahren im Anhänger bereits kennt). Auch wenn du mehrere Hunde transportieren willst, dann ist für dich ein zweispuriger Anhänger sicher eine interessante Option. Der Anhänger hat auch dann noch einen festen Stand und liegt gut auf der Straße, wenn mehrere Hunde sich im Anhänger bewegen. Es gibt sogar Hunde-Anhänger, die sich falten lassen. Das spart dann viel Platz in der Garage oder im Keller, wenn du den Anhänger gerade mal nicht brauchst. Faltbare Anhänger haben durch die Leichtbauweise meist auch ein geringeres Leergewicht, sodass du nicht unnötig Gewicht hinter dir herziehst. Allerdings muss man daher oft auch große Abstriche bei der Stabilität machen, sodass faltbare Anhänger für große, schwere Hunde weniger geeignet sind. Als ich auf der Suche nach einem passenden Transport für meine Hündin war, musste ich feststellen, dass auch teurere Anhänger (gerade die faltbaren) oft eher klapprig gebaut waren und die Liegefläche im Anhänger oft nur aus dem Metallgestänge mit einer dünnen Kunststofffläche war. Ich hätte den Boden auf jeden Fall verstärken und mit einer rutschfesten Unterlage versehen müssen, damit mein Hund guten Halt im Anhänger gehabt hätte. Außerdem sind spezielle Hunde-Anhänger meist nur in 3 standardisierten Größen (S-M-L) erhältlich. Damit gibt es nicht immer die Größe, die man gerade für seinen Hund benötigt und wer will schon mehr Gewicht als nötig hinter sich herziehen? Bei einem Leergewicht von 8-15kg sind zweispurige Anhänger nicht gerade Leichtgewichte. Kommt dann noch das Gewicht des Hundes dazu (maximale Zuladung je nach Modell 30-35kg), dann hat man als Fahrradfahrer ordentlich Gewicht zu ziehen. Vor allem bergab solltest du dann sehr vorsichtig fahren, denn wenn 50kg ungebremst von hinten schieben, wird schnelles Bremsen schwierig. Hier solltest du daher auch die Strecken, die du fahren möchtest, im Hinterkopf behalten. Die Preise für zweispurige Hunde-Anhänger liegen e nach Modell, Größe und vor allem auch je nach Qualität und Verarbeitung bei ca. 150€ bis 250€. nächste Seite —> #6 zweispurige Lastenanhänger

#6 zweispurige Lastenanhänger

Auch zweispurige Lastenanhänger können eine super Transportmöglichkeit für deinen Hund sein. Hier hast du den Vorteil, dass es sehr viele verschiedene Modell und Größen gibt, sodass du genau für deinen Hund die richtige Ausführung finden kannst: schmaler oder breiter, kurz oder lang, mit einer festen Holzbox, einer niedrigen Kunststoffwanne oder nur einer Ladefläche. Du kannst eine Menge selbst bauen, umbauen oder anbauen und je nach Bedarf anpassen. Aber auch wenn du eigentlich kein Bastler bist, kommst du wohl ums Basteln nicht herum, denn Lastenanhänger sind eben eigentlich nicht für den Hunde-Transport entworfen worden. Lastenanhänger sind (wie der Name schon sagt) für den Transport von schwerer Last konzipiert worden. Sie sind in der Regel stabil und sehr robust. Das schlägt sich zum einen in einem höheren Leergewicht nieder (10-15kg), lässt aber auch den Transport von großen, schweren Hunden (40-50kg) zu. Da Lastenanhänger oft für den einfachen Transport auf kurzen, asphaltierten Strecken ausgelegt sind, sind sie in der Regel nicht gefedert. Es gibt aber auch Anhänger, die für den Transport von Gepäck auf langen Radtouren entworfen wurden. Sie haben oft eine weichere Verbindung zum Zug-Fahrrad und eine Federung. Entsprechend sind sie oft teurer und haben zudem keine Wanne oder Box. Gepäck wird einfach auf dem Anhänger festgebunden. Für deinen Hund müsstest du also noch eine passende Box suchen, die du auf dem Anhänger befestigen kannst. Für andere Lastenanhänger sind passende Kunststoffwannen erhältlich, die dann genau auf den Anhänger passen. Diese Wannen halte ich persönlich für den Hundetransport für ungeeignet, da die Belüftung in einer hohen, geschlossenen Wanne sehr schlecht ist und sie sich je nach Material in der Sonne stark aufwärmen kann. Andere Lastenanhänger haben nur eine sehr niedrige Box oder manchmal sogar nur an den Seiten niedrige Wände. Das hat zwar den Vorteil, dass der Anhänger dann flach und daher platzsparend zu verstauen ist, aber für den Hundetransport müsstest du auf dem Anhänger zusätzlich eine geschlossene Gitterbox anbringen oder eine luftdurchlässige Box mit einem stabilen Netz ausstatten. Alternativ kannst du natürlich deinen Hund während der Fahrt auch mit einem Sicherheitsgeschirr in der Box sichern. Auch ein angepasster Lastenanhänger ist für den Transport von mehreren Hunden gut geeignet, da er einen stabilen Stand hat und Bewegungen der Hunde auch während der Fahrt das Fahrrad kaum beeinflussen. Je nach Ausführung, Robustheit, Federung und möglichen Transportboxen musst du für einen Lastenanhänger ca. 150€ bis 250€ einplanen. Hinzu kommt die Anschaffung einer passenden Box mit Sicherheitsgitter oder ein Geschirr für die Sicherung. nächste Seite —> #7 Bäckerrad

#7 Bäckerrad

Lastenräder vom Typ “Bäckerrad” (oder manchmal auch “Post-Fahrrad” genannt) haben einen klassischen Fahrradrahmen, der extra verstärkt ist, um größere Lasten auszuhalten. Das vordere Rad ist kleiner als gewöhnlich, sodass der Lastenträger (Gepäckträger) tiefer angebracht werden kann und somit auch der Schwerpunkt möglichst tief liegt. Damit fährt sich ein Bäckerrad auch mit Last wie ein gewöhnliches Fahrrad. Zudem ist der Lastenträger in der Regel direkt am Fahrradrahmen angebracht. Auch wenn sich der Hund in der Transportbox bewegt, bleibt die Lenkung völlig unabhängig von der Hunde-Ladung. Schnelles Lenken und Ausweichen bleibt damit problemlos möglich. (Bei einigen Modellen ist das nicht der Fall, da der Gepäckträger mit dem Lenker verschweißt ist! Darauf solltest du auf jeden Fall achten und bei einer Probefahrt mit Beladung testen) Die Zuladung ist bei den meisten Bäckerrad-Modellen auf ca. 50kg begrenzt. Da man im Gegensatz zu Anhängern den Hund hier allerdings sowieso in die Box heben muss, liegt die tatsächliche Gewichtsgrenze viel tiefer bei ca. 15-20kg. Du kannst mit deinem Hund natürlich auch das selbstständige Rein- und Rausspringen üben. Aber dann musst du das Fahrrad sehr gut festhalten, damit ein großer Hund mit seiner Sprung-Energie es nicht direkt umhaut (Hier muss man wirklich vorsichtig sein. Der Hund braucht eine stabile Landefläche und sollte sich auch nicht an den Boxenkanten verletzen können.). Ein großer Vorteil dieses Lastenrad-Typs ist außerdem, dass ein Bäckerrad problemlos in einen Aufzug passt, in öffentlichen Verkehrsmitteln kaum auffällt und (ohne Transportbox) auch auf Fahrradträgern mit dem PKW transportiert werden kann. Da ich häufig mit der Regionalbahn einige Abschnitte meiner Touren zurücklege, war das für mich ein entscheidendes Argument für diesen Fahrradtyp. Damit ist das Bäckerrad mein persönlicher Favorit und steht jetzt mit selbstgebauter Box hinter meinem Haus 😉 Einige Punkte gibt es dennoch vor dem Kauf zu bedenken. Da sich die Last vor allem vorn befindet, muss man bei Bordsteinkanten und anderen Hindernissen deutlich vorsichtiger fahren, denn das Fahrrad neigt schneller mal dazu nach vorn zu kippen. Außerdem muss man bei der Wahl der Transportbox oder des Transportkorbes beachten, dass der Lenker beim Kurvenfahren über die Ladung passen muss. Daher muss man sich entscheiden, ob man eine Transportbox ohne Gitter verwendet und den Hund gegebenenfalls in der Box mit einem Geschirr sichert oder die Box nur nach vorn und an den Seiten vergittert. Da man mit dem Bäckerrad gleich ein komplettes Fahrrad kauft, sind die Anschaffungskosten deutlich höher als bei “Zusatzteilen” wie Gepäckträgern oder Anhängern. Je nach Modell, Farbe, Bremsen, Gangschaltung etc. kostet ein Bäckerrad zwischen ca. 1000€ und 1800€. Der Preis der Transportbox fällt mit ca. 20 – 50€ dann kaum noch ins Gewicht. nächste Seite —> #8 zweispuriges Lastenrad (“Christiania Rad”)

#8 zweispuriges Lastenrad (“Christiania Rad”)

Ein zweispuriges Lastenrad vom Typ “Christiania Rad” eignet sich besonders für große und schwere Hunde. Diese Lastenräder sind bis ca. 100kg belastbar. Durch ihre drei Räder und den tiefen Schwerpunkt sind sie sehr standfest und ruhig und sicher zu fahren. Das Lenkverhalten der zwei Vorderräder mag für manche zunächst etwas gewöhnungsbedürftig sein. Einige Modelle sind mit einer speziellen Neigetechnik ausgestattet, sodass das Lenk- und Fahrverhalten angenehmer wird. Man braucht allerdings praktischerweise keinen Fahrradständer und der Hund kann ohne große Höhenunterschiede in die Box einsteigen. Bei manchen Modellen kann man die Box sogar in einer Ausführung für Hunde mit extra tiefem Einstieg kaufen. Die Box hat einen hohen Rand, sodass meist kein extra Gitter erforderlich ist. Du solltest aber auf  eine gute Belüftung in der Transportbox achten und die Wärmeentwicklung in der Box im Auge behalten. Allerdings führen diese Vorteile auch dazu, dass diese Lastenräder natürlich auch unbeweglicher sind und zum Beispiel Wind eine große Angriffsfläche bieten. Daher sind sie vor allem für kürzere Strecken auf asphaltierten Wegen ohne viel Steigungen geeignet. Besonders hohe Geschwindigkeiten erreicht man mit ihnen auch nicht. Bordsteinkanten werden ebenfalls schnell zum Problem, da man das Rad nur schwer hochheben kann. Und auch enge Wege muss man manchmal umfahren, da das Rad schlicht wesentlich breiter ist als gewöhnliche Räder. Also eher kein Rad für sportliche Mehr-Tagestouren im hügeligen Gelände, aber durchaus auf gut ausgebauten Radwegen im Flachland zu fahren. Eher ungewöhnlich, aber durchaus auch erhältlich, sind mehrspurige Lastenräder mit der Last hinter dem Fahrer (wie eine indische Rikscha, nur anstelle der Passagier-Sitzen eine Transportbox hinter dem Fahrer). Die Vor-und Nachteile sind ähnlich denen des Christiania Rads.  Das Lenk- und Fahrverhalten unterscheidet sich natürlich etwas. Außerdem hast du deinen Hund nicht immer im Blick, wenn sich die Box hinter dir befindet. Je nach technischer Ausstattung (z.B. Neigetechnik beim Lenken), Gangschaltung etc. kostet ein Lastenrad vom Typ “Christiania Rad” ab ca. 1500€. nächste Seite —> #9 einspuriges Lastenrad (“Long John”)

#9 einspuriges Lastenrad (“Long John”)

Bei dem LastenradtTyp “Long John” befindet sich eine tief liegende Ladefläche zwischen dem Lenker und dem Vorderrad. Die Lenkung funktioniert über eine Schubstange oder einen Seilzug. Der Wendekreis wird dadurch entsprechend größer. Jedoch liegt der Schwerpunkt auch mit voller Beladung (je nach Modell bis 50 – 150kg) sehr tief. Dadurch liegt das Rad auch mit Hund sicher und ruhig auf der Straße oder dem Radweg. Da das Rad auch nur eine Fahrspur benötigt, ist es ähnlich schnell und flexibel zu fahren wie ein klassischen Fahrrad (abgesehen davon, dass man als Fahrer mehr Gewicht bewegen muss). Je nach Modell ist die Ladefläche kürzer oder länger, sehr schmal oder breiter. Manche Long John Modelle verfügen über eine vormontierte Transportbox oder auch nur über eine einfache Ladefläche ohne Wände. Wenn eine Transportbox verbaut ist, dann ist sie häufig eher flach, weswegen hier eine Gitterabdeckung zu empfehlen ist. Verfügt das Rad nur über eine Ladefläche, kannst du hier natürlich wieder eine individualisierte Box befestigen. So kann man auch den Einstieg in die Box tief gestalten, sodass schwere oder ältere Hunde nicht gehoben werden oder über die Boxwand springen müssen. Auch die Federung reicht vom einfachen, ungefederten Rad bis zur Mountainbike-ähnlichen Vollfederung. Der Preis variiert mit der Vielfalt der Long Johns dementsprechend von 1500€ bis 4000€. nächste Seite —> #10 E-Bikes

#10 E-Bikes

Eigentlich alle Lastenrad-Versionen und Fahrrad-Modelle sind inzwischen auch mit einem Elektro-Antrieb erhältlich. Das ist eine super Sache, denn gerade mit Hund und dem Luftwiderstand einer Transportbox kommt man mit zusätzlichem Antrieb schneller und viel angenehmer voran. Auch bei Steigungungen oder beim Anfahren hilft ein E-Bike mit. Die zusätzliche Power hat allerdings auch seinen Preis. Für ein einspuriges Lastenrad vom Typ Long John werden für die E-Versionen ca. 2500€ bis 5000€ fällig. Ein mehrspuriges Lastenrad (z.B. ein Christiania Rad) kostet in der Hunde-Ausführung mit niedrigem Einstieg in die Box ab ca. 2100€. Wichtig bei der Auswahl ist vor allem, dass der Motor für die Belastung ausgelegt ist. Gerade, wenn man an ein klassisches E-Bike einen zusätzlichen Lastengepäckträger anbringen möchte, sollte man sich vorher erkundigen und das Rad und den Akku unter voller Beladung testen. Wenn der Hund Fahrradfahren im Korb oder der Box noch nicht gewohnt ist, kann man das ja auch mit einer anderen vergleichbaren Last tun. Vielleicht lohnt es sich auch, einen Ersatz-Akku anzuschaffen, wenn die Radtour etwas länger werden soll.