Wie groß sollte der Fahrradkorb oder die Transportbox sein?

Das wichtigste Auswahlkriterium zur Wahl einer Transportbox ist: Dein Hund muss sich darin wohlfühlen. Er sollte immer gern in seiner Box reisen. Manche Hunde nehmen ihr Körbchen oder ihre Box als Entspannungs- und Rückzugsort wahr, andere als den perfekten Aussichtspunkt, um während der Fahrt das Geschehen auf der Straße zu beobachten. In jedem Fall muss die Box groß genug für deinen Hund sein. Sie sollte ihm während der Fahrt genügend Halt bieten und so sicher sein, sodass der Hund nicht rausspringen oder herausfallen kann. Sie sollte außerdem gut belüftet sein und dem Wetter entsprechend Schutz bieten. Wie kannst du nun feststellen, wie groß eine Transportbox für deinen Hund sein muss, damit er sich darin wohl fühlt?

#1 Wie viel Platz benötigt dein Hund beim Schlafen oder Ruhen?

Beobachte deinen Hund zuhause in seinem Schlafkörbchen oder auf seiner Decke: Wie viel Platz benötigt er, wenn er zusammengerollt schläft? Und wie viel Platz benötigt er, wenn er entspannt auf der Seite liegt? Jetzt kannst du nachmessen und diese Maße als ersten Anhaltspunkt für die richten Boxenmaße nehmen.

 

#2 In welcher Position reist dein Hund am liebsten?

Überlege, wie dein Hund wohl am liebsten in einer Fahrradbox reisen würde? Würde er interessiert die Umgebung beobachten? Würde er damit ihm nichts entgeht häufig seine Position im Korb ändern und mal rechts mal links aus der Box spähen wollen? Oder würde er sich am liebsten in der Box entspannen? Wie sensibel ist er gegenüber dem sich bewegenden Untergrund? Braucht er die Boxenwände um sich anzulehnen? Kann er im Stehen oder Sitzen das Gleichgewicht gut halten oder würde er lieber liegen?

Meine Hündin legt sich zum Beispiel immer sofort hin, sobald sich der Untergrund bewegt (auch während einer Autofahrt). Ihre Box musste daher groß genug sein, dass sie entspannt auf der Seite liegen kann. Andere Hunde würden nicht im Traum daran denken sich während der Fahrt hinzulegen und damit vielleicht etwas Spannendes zu verpassen!

 

#3 Welche Strecken möchtest du zurücklegen?

Fährst du nur kurze Strecken zum Hundeauslaufgebiet oder nimmst den Hund ab und zu mit ins Büro? Oder planst du eine mehrtägige Radtour, bei der sich der Hund immer wieder in seiner Box ausruhen darf? Je länger die Strecke ist, die du zurücklegen möchtest und je mehr Zeit dein Hund in seiner Box reisen wird, desto größer sollte auch die Grundfläche der Box sein. So kann dein Hund auch mal auf der Seite liegen oder sich von der einen auf die andere Seite drehen, ohne, dass ihn die Box zu sehr beschränkt.

Ich plane mein Radtouren meist so, dass meine Hündin längere Strecken selbst laufen kann. Wenn sie dann mal in ihrer Box reist, liegt sie und ruht sich aus. Außerdem nehme ich mein Rad mit Hund auch oft in Regionalzügen mit. Ihre Fahrradbox ist groß genug, dass sie (mit etwas angewinkelten Beinen) sogar flach auf der Seite liegen kann. Damit kann sie auch während der Zugfahrt in ihrer Box bleiben, hat ihren Ruheort immer mit dabei und kann auch dann entspannt schlafen, wenn der Zug voller Menschen ist.

 

#4 Wie hoch ist ist dein Hund im Sitzen?

Neben der Grundfläche der Box ist natürlich auch die Höhe der Box wichtig. Wenn du dich dafür entscheidest eine Box mit Gitterdeckel zu kaufen, dann ist die Antwort sehr einfach: Die Box muss einfach so hoch sein, dass dein Hund in der Box stehen bzw. sitzen kann. Wenn du deinen Hund mit einem Geschirr in der Box sichern willst und deine Box keine Abdeckung hat, dann sollte die Boxenwand deinem Hund mindestens bis zur Brust (besser noch bis zum Hals) gehen. So kann dein Hund zwar über den Rand schauen, aber beim Bremsen nicht aus der Box kippen. Denn auch, wenn dein Hund am Geschirr gesichert ist, soll er sich ja in der Box wohl fühlen. Wenn er allerdings bei jedem Bremsen droht, über Bord zu gehen, dann erzeugt das eher Angst und dein Hund wird die Box schnell meiden wollen.

 

Als ich auf der Suche nach Tipps zur Größe einer Fahrrad-Transportbox war, habe ich einige Ratschläge für die Größe von Kofferraum-Transportboxen gefunden. Man kann diese Tipps zwar auch für das Fahrrad gut als Anhaltspunkt verwenden, trotzdem gibt es einige Unterschiede. Der wichtigste Unterschied ist die Dauer des Transports. Während Hunde unter Umständen mehrere Stunden im Auto und in ihrer Kofferraumbox verbringen, ist eine Fahrt mit dem Rad sehr viel kürzer. Als Radfahrer kannst du mit deinem Hund oft während der Fahrt kommunizieren, du siehst, wie es deinem Hund während der Fahrt geht, die Fahrt ist abwechslungsreich und dein Hund kann oft kürzere oder längere Strecken selbst laufen. Daher denke ich, dass die Richtlinien für Auto-Transportboxen nur bedingt bei der Wahl einer Fahrradbox weiterhelfen.

Wenn du dich für eine Größe entschieden hast, solltest du in jedem Fall deinen Hund die Box testen lassen und auch selbst ein Gefühl für die Box auf oder den Anhänger hinter dem Fahrrad bekommen. Während eines Praxistests kann man seine eigenen Erfahrungen machen und sehen, wie groß sich eine theoretische Größe am Ende tatsächlich anfühlt. Das musste ich auch feststellen, als ich unseren ersten Hunde-Anhänger Probe gefahren bin. Meine Hündin ist zwar relativ groß, dabei aber sehr schlank. Und da sie sich während der Fahrt sowieso immer einrollt, war in dem Anhänger noch so viel Platz neben ihr, dass locker 3 Hunde von ihrer Größe zusätzlich hinein gepasst hätten. Sie hat in dem Anhänger kaum Halt gefunden und ich habe mich geärgert, warum ich völlig unnötig einen so sperrigen Anhänger hinter mir her ziehe.

Eine Probefahrt lohnt sich also in jedem Fall für Hund und Radfahrer 😉