Vor- und Nachteile eines Fahrradanhängers

Wenn du einen großen und schweren Hund hast und ihn auf langen Radtouren mitnehmen möchtest, dann stehst du früher oder später vor der Wahl zwischen einem Lastenrad und einem Fahrradanhänger. Diese Punkte haben mir bei der Entscheidung geholfen:

Nachteile eines Fahrradanhängers zum Hunde-Transport:

  • Man kann seinen Hund während der Fahrt nicht sehen und somit auch nicht einschätzen, wann es dem Hund zu warm wird oder er sich unwohl fühlt. Unsichere oder ungeübte Hunde, fühlen sich manchmal wohler und reisen entspannter, wenn sie im Sichtkontakt mit ihrem Menschen sein können. Das ist im Anhänger nicht möglich.
  • Mit einem schweren Hund im Anhänger ist das Fahren in hügeligem Gelände schwierig und unangenehm. Besonders beim Bergabfahren schiebt der Anhänger von hinten nach. Das beansprucht die beiden Fahrradbremsen enorm und verlängert den Bremsweg erheblich. Im Zweifelsfall kann das dann auch mal gefährlich werden.
  • Wenn du viel im Straßenverkehr unterwegs bist, dann befindet sich dein Hund während der Fahrt immer direkt auf Höhe der Autoauspuffe und direkt in den Abgasen.
  • Wenn du mal nicht auf Tour bist, kann sich die Aufbewahrung des Anhängers in einer Wohnung ohne oder mit sehr kleinem Keller als schwierig erweisen.
  • Es gibt zwar auch faltbare Anhänger, die leicht und platzsparend sind, daher allerdings oft auch instabil und eher klapprig.
  • Mit einem Fahrradanhänger darf man leider keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen (zumindest in Berlin & Brandenburg) und einen Fahrradanhänger auch nicht in Zügen der Deutschen Bahn mitnehmen.
  • Falls du mit einem Verkehrsbetrieb fahren möchtest, wo die Mitnahme erlaubt ist, ist das Ein-und Aussteigen in öffentliche Verkehrsmittel trotzdem relativ kompliziert, da ein Rad mit Anhänger schon sehr viel Platz einnimmt, oft überall im Weg steht und damit den Unmut der Schaffner auf sich zieht.
  • Um auf den Bahnsteig zu gelangen, ist man außerdem oft auf Aufzüge angewiesen. Diese sind allerdings in aller Regel zu klein für ein Fahrrad-Anhänger-Gespann. Wenn du zu zweit unterwegs bist, ist es weniger ein Problem. Dann kann immer einer auf den Hund bzw. das Fahrrad aufpassen und Fahrräder, Anhänger, Menschen und Hund können einzeln noch oben transportiert werden.

 

Vorteile eines Fahrradanhängers zum Hunde-Transport:

  • Das Lenkverhalten, Gleichgewicht und Stabilität des Fahrrad wird von einem Anhänger nicht beeinflusst.
  • Du kannst den Anhänger einfach zu Hause lassen, wenn du ihn mal nicht benötigst.
  • Du kannst außerdem weiter dein gewohntes Fahrrad nutzen oder du hast bei einem Neukauf eine viel größere Auswahl an Fahrrädern, als wenn du dich nach einem passenden Lastenrad umschaust.
  • In der Anschaffung ist ein Anhänger eindeutig günstiger als ein Lastenrad.
  • Du kannst das Zugfahrrad einfach wechseln, wenn alle Fahrräder eine Anhängerkupplung montiert haben. Wenn du mit Freund oder Freundin unterwegs bist, könnt ihr euch leicht mal als Hundetransporter abwechseln.
  • Es gibt sehr viele Variationen von Fahrradanhängern: verschiedene Größen für unterschiedlich schwere Lasten, Ausführungen extra für Hunde mit mehreren Ein- und Ausstiegen, es gibt Komfortvarianten, die stoßgedämpft sind und Anhänger, die durch ein Anhänger-Verdeck auch gleich einen integrierten Sonnenschutz haben.
  • Wenn sich nicht sofort der passende Hunde-Anhänger findet, können einfache Lastenanhänger mit dem richtigen Verdeck oder Gitter, mit neuen Ein- und Ausstiegen etc. auf die Bedürfnisse von jedem Hund-Mensch-Team angepasst werden (Bastler-Laune vorausgesetzt).
  • Große, schwere oder ältere Hunde können leicht und bequem in einen Anhänger einsteigen, da der Höhenunterschied zum Boden gering ist und der Hund auch nicht hochgehoben werden muss.
  • Wenn dein Fahrradanhänger ein Verdeck hat, ist dein Hund vor Sonne, Wind und Wetter geschützt.
  • Du kannst den Anhänger außerdem als kleinen Kofferraum nutzen und deinem Hund zum Beispiel auch noch die Picknick-Decke unterschmuggeln 😉