Radfahren mit Hund

Viele Hunde können prinzipiell an der Leine oder frei neben dem Fahrrad laufen. Jedoch gibt es einige mögliche Hindernisse, denen du dir bewusst sein solltest, wenn du deinen Hund mit auf eine Radtour nehmen möchtest.

Für kürzere Touren bei kühlem Wetter, die man direkt von der eigenen Haustür aus startet, lassen viele Radfahrer ihren Hund einfach neben dem Rad mit laufen. Wenn der Weg durch ruhige, ländliche Gegenden führt, kann die Leine oft auch weglassen werden. Wenn die Route jedoch durch die Stadt führt, muss der Hund angeleint sein. Einige Radfahrer halten die Leine locker in der Hand oder verwenden einen Leinenhalter. Ein Leinenhalter, der wie eine seitlich abstehende Antenne aus Metall aussieht und am Fahrrad angebracht wird, sorgt dafür, dass die Leine nicht in die Räder gerät und der Radfahrer die Hände am Lenker (und an den Bremsen) behalten kann. So ist der Hund gut aufgeräumt. Er behält seine Position neben dem Rad, kann nicht versehentlich vor ein anderes Rad laufen und dabei sich und andere in Gefahr bringen.

 

Eine (feste) Verbindung des Hundes mit dem Rad kann auch gefährlich werden

So viele Vorteile das Anleinen am Fahrrad hat, so birgt es auch Gefahren. Besonders, wenn der Hund etwas mehr Gewicht auf die Waage bringt und dazu neigt, plötzlich interessante Fährten am Wegrand zu entdecken oder sonstwie gern seinen Kopf durchsetzt und am liebsten eigenen Wege gehen würde. Auch hektische oder ängstliche Hunde können durch plötzliche Richtungswechsel das Fahrrad aus dem Gleichgewicht bringen.

Hat man die Leine in der Hand, kann man sie im Notfall schnell fallen lassen, um zu verhindern, dass man selbst vom Rad gerissen wird. Aber wenn das bedeutet, dass der Hund einer Katze hinterher quer über die Straße rennt, dann war die Leine völlig zwecklos. Und bei einem Leinenhalter geht das schon gleich gar nicht. Dieses Szenario ist also nur etwas für Hunde, die ruhig, entspannt und gleichmäßig am Rad laufen.

 

Einen Hund am Rad durch den Straßenverkehr zu führen ist einfach sehr stressig

Wer seinen Hund schon mal an der Leine neben dem Rad durch belebte Straßen manövriert hat, der weiß wie anstrengend das sein kann. Bürgersteige, Radwege und Straßen sind gerade bei schönem Wetter von vielen anderen Spaziergängern, Radfahrern, Kindern und Hunden bevölkert, denen es auszuweichen und Unfälle zu vermeiden gilt: möglichen pöbelnden Hunde ausweichen, um Kinder einen Bogen schlagen, kurz klingeln, dabei eine Hand an der Bremse, die andere hält die Leine, Glasscherben auf dem Radweg, abbiegende Autos aus dem Augenwinkel, einen Blick auf den Hund (Braucht er eine Pause?), schnell noch überlegt, die Route zu ändern… Nein, danke. Mal ganz davon abgesehen, dass Asphalt im Sommer oft zu heiß für Hunde-Pfoten wird und Bitumen in der Sonne schmilzt und an den Pfoten kleben bleibt (was überhaupt nicht lustig und nur mühsam wieder loszuwerden ist). Kurz gesagt, vielen Menschen ist es lieber, wenn sie ihren Hund nicht an ihrer Seite haben, wenn sie auf befahrenen Straßen unterwegs sind.

 

In wildreichen Gebieten kann schwierig sein, einen jagdlich interessierten Hund am Fahrrad mitzuführen

Auf Feld- und Waldwegen ist oft genug Platz den Hund frei laufen zu lassen. Gefahr durch Autos droht nicht und andere Menschen sind auch nicht in der Nähe, die sich durch frei laufende Hunde gestört fühlen können. Hat man jedoch einen jagdlich ambitionierten Hund, kann es auch hier problematisch sein, den Hund von der Leine zu lassen. Vom Rad aus ist es oft schwieriger, die Aufmerksamkeit des Hundes zu bekommen oder zu behalten, denn die Kommunikation ist stark eingeschränkt. Wenn Wild auftaucht, kann man den Hund nicht schnell genug anleinen. Hinzu kommt, dass in einigen Bundesländern im Wald generell Leinenpflicht gilt und in anderen Gebieten zumindest während der Brut- und Setzzeit der Hund an die Leine muss. Hier ist es keine Option, den Hund frei neben dem Rad laufen zu lassen.

Auch angeleint erweist es sich oftmals als schwierig, den Hund am Fahrrad laufen zu lassen. Wie schnell kann es passieren, dass ein Hase aus dem Gebüsch springt und als Radfahrer ist man dann schneller abgestiegen, als einem lieb war. Wem es dann zu riskant ist, den Hund an der Leine durch den Wald zu führen, muss wohl oder übel das Rad zuhause lassen und Wald und Feld per pedes genießen.

 

Der Hund kann seine Laufposition und den Untergrund nicht selbst wählen

Der Hund hat an der Leine neben den Fahrrad keinen großen Bewegungsspielraum und kann den Laufuntergrund nicht selbst wählen. Dadurch, dass man als Radfahrer häufig auf Asphalt fährt, hat der Hund keine andere Wahl als ebenfalls auf Asphalt (oder Schotter oder heißen Pflastersteinen im Sommer) zu laufen. Das kann Verletzungen und Probleme mit den Pfoten hervorrufen und ist auf Dauer ungesund für die Gelenke.

 

Das Alter oder der Gesundheitszustand des Hundes können längeres Laufen am Rad unmöglich machen

Nur gesunde, fitte Hunde können längere Zeit am Rad mitlaufen. Hunde, die noch sehr jung sind oder schon etwas älter oder zum Beispiel gesundheitliche Probleme mit den Gelenken haben, dürfen nicht (oder nur auf kurzen Strecken bei langsamen Tempo) am Rad geführt werden. Vor allem im Sommer bei sehr warmen Wetter ist aber auch das Laufen am Rad für fitte, gesunde Hunde sehr anstrengend. Überhitzung kann drohen. Was hier möglich und gesund für den Hund ist und allen Spaß macht, ist individuell unterschiedlich und kann auch von der jeweiligen Tagesform des Vierbeiners abhängen. Wer seine Touren nicht immer davon abhängig machen will oder kann (Was macht man, wenn man noch 5km von zuhause entfernt ist und merkt, dass dem Hund die Energie ausgeht?!), der sollte über eine Alternative nachdenken.

 

Wenn du denkst, dass einige dieser Probleme auch für dich und deinen Hund ein Thema sein könnten, solltest du einmal über die Möglichkeit nachdenken, zumindest zeitweise deinen Hund mit dem Rad zu transportieren. Auch wenn dein Hund nicht in ein herkömmliches Fahrradkörbchen am Lenker passt, gibt es viele Möglichkeiten deinen Hund trotzdem mit zu nehmen. Einen ausführliche Übersicht über mögliche Fahrradtypen und Fahrradkörbe findest du hier. Vielleicht kommt ja auch ein Fahrradanhänger für dich und deinen Hund in Frage?