Asphalt, Teer, Hitze und Streusalz – viele Gefahren und der richtige Pfotenschutz für Hundepfoten

Pfote Hundepfote

Ich liebe das leise Tap Tap Tap von Heavens Pfoten auf dem Laminatboden zu Hause. Heaven fuchtelt mir auch gerne mal mit ihren Pfoten im Gesicht herum, wenn ich sie am Bauch kraule. Sie ist super kitzelig an den Pfoten und schaut immer etwas vorwurfsvoll, wenn ich ihre Pfoten untersuche. Die Pfoten sind ein unglaublich sensibler Teil unserer Hunde. Sie tragen unsere Vierbeiner durch das Leben, traben auf einer Fahrradtour an unserer Seite, gehen mit uns wandern und abends einfach nur eine Runde um den Block. Wir verdanken ihnen, dass unsere Hunde neben uns hüpfen und springen können. Deswegen sollten wir wissen, wo Gefahren lauern und was der beste Pfotenschutz für unsere Vierbeiner ist 🙂

Wie funktioniert eigentlich die Hundepfote?

Hunde sind bekanntermaßen Zehengänger. Das heißt, sie berühren beim Laufen nur mit ihren Hundepfote Pfotenschutz HundZehen den Boden. Diese 4 Zehen pro Pfote tragen das gesamte Hundegewicht. Je nach Gangart und Geschwindigkeit lasten große Teile des Körpergewichts auf den Pfoten. Beim Auftreten spreizen sich die Zehen und vergrößern somit die Auftrittsfläche.

Die Pfotenballen sind mit besonders dicker Haut ausgestattet. Sie ist etwa 50x dicker ist als anderswo am Hund. Die Haut an den Ballen sollte sich etwas rau, aber auch weich und geschmeidig anfühlen. Diese Flexibilität ist wichtig, damit der Hund guten Halt und Balance auch auf glattem und unebenen Untergrund findet. Gleichzeitig zeigt die raue Hornhaut auch, wie widerstandsfähig die Pfoten gegenüber Umwelteinflüssen sind. Unter der dicken Haut befinden sich Fettpolster, die jeden Tritt abfedern. Damit haben Pfoten auch noch eine eingebaute Funktion zur Gelenkschonung.

Sind die Pfoten unserer Hunde gesund, zeigt sich ihre ganze Vielseitigkeit und Widerstandsfähigkeit. Die Natur hat dieses spezielle „Pfoten-Design“ so entworfen, dass unsere Hunde bei jedem Wetter in der Natur unterwegs und sich auf unterschiedlichem Untergrund mit Leichtigkeit bewegen können. Ein natürlicher Pfotenschutz ist sozusagen im Design inbegriffen 😉

Hundepfote Pfotenschutz Hund

Vor welchen Gefahren solltest du Hundepfoten schützen?

Die Menschenwelt macht den Pfoten unserer Hunde aber manchmal zu schaffen und stellt ihre Widerstandsfähigkeit auf die Probe.

 

Heißer Asphalt im Sommer

Die meisten Hundehalter wissen es: Asphalt wird unter Sonneneinstrahlung im Sommer sehr heiß. So heiß, dass dein Hund sich die Pfoten verbrennen kann. Trotzdem sehen Tierärzte immer wieder verletzte Pfoten, weil Hundehalter die Temperatur nicht richtig einschätzen. Sobald die Temperaturen sommerlich warm sind, solltest du es dir angewöhnen, den Temperaturtest zu machen und Asphalt in der prallen Sonne zu meiden, um die Hundepfoten vor Verbrennungen zu schützen.

 

Der Temperatur-Test

Drücke deinen Handrücken mehrere Sekunden auf den Asphalt. Fühlt es sich warm, aber nicht unangenehm heiß an, ist die Temperatur des Asphalts für die Pfoten deines Hundes unbedenklich.

 

Flüssiges Bitumen als Straßenkit

Ein weitaus weniger bekanntes Risiko für Pfoten ist Bitumen oder Teer, der häufig verwendet wird, um Straßenbelag zu reparieren. Manchmal wird Bitumen auch in Kombination mit feinem Split ausgebracht, um weniger benutzte Wege zu befestigen. Hier ist bei sonnigem Wetter höchste Vorsicht geboten! Ist das Bitumen noch relativ frisch, wird es in der Sonne schnell flüssig. Tritt dein Hund dann hinein, hat er es sofort an den Pfoten kleben.

Teer in der Sonne Pfotenschutz HundeBitumen kann man nicht mit Wasser und Seife abwaschen. Man braucht in jeden Fall Fett, um es wieder zu lösen. Sehr gut eignet sich hier Butter, die für die Hundepfoten gänzlich unbedenklich ist. In die verklebten Hundepfoten und Zehenzwischenräume kannst du die Butter vorsichtig einmassieren. Wenn das Bitumen in der Butter gelöst ist, kannst du es mit Papiertüchern oder alten Handtüchern abwischen. Die fettigen Hundepfoten kannst du am Ende mit milder Seife waschen. Pass auf, dass dein Hund nicht versucht die Butter abzulecken! Es können sich immer noch Reste des gelösten Bitumen im fettigen Fell befinden, die der Hund nicht aufnehmen sollte.

 

Tipp

Weiches Bitumen an Hundepfoten lässt sich am besten mit Butter entfernen.

 

Streusalz im Winter

In vielen Städten ist die Verwendung von Streusalz bereits verboten oder stark eingeschränkt worden. Trotzdem solltest du achtsam sein, wo in unserer Umgebung Salz im Winter gestreut wird und den Pfoten deines Hundes gefährlich werden kann.

Pfotenschutz Winter Streusalz

Läuft dein Hund über Streusalz, wird die Haut an den Pfoten stark angegriffen. Das Salz entzieht der Haut Wasser, macht sie rissig und empfindlich. Die im gesunden Zustand sehr widerstandsfähige Ballenhaut hat dann dem Sand und oder Split auf den Wegen nichts mehr entgegenzusetzen und wird durch den mechanischen Einfluss zusätzlich geschädigt. Feine Risse entstehen, durch die Salz in die Haut eindringt, Schmerzen verursacht und die Heilung der Ballenhaut verhindert.

Um eine Schädigung der Pfoten zu verhindern, kannst du mit Vaseline oder anderen Cremes entgegenwirken. Wie Vaseline wirkt, erkläre ich dir im folgenden Abschnitt genauer.

 

Welchen Pfotenschutz braucht dein Hund?

 

Vorbeugung und Vermeiden von Gefahren für die Pfoten

Der beste Weg ist natürlich, die sensiblen Pfoten unserer Hunde nicht auch nur in die Nähe von schädigenden Substanzen gelangen zu lassen. Mit Salz gestreute Wege solltest du meiden, wie der Teufel das Weihwasser! 😉 Im Sommer solltest du ein besonders aufmerksames Auge auf alle geteerten oder reparierten Wege werfen und heiße Asphalt-Wege nicht nutzen.

 

Aber wenn wir ehrlich sind, ist das nicht immer möglich. Daher ist es eine Überlegung wert, als Pfotenschutz deinen Hund an Booties (Pfotenschuhe) zu gewöhnen. Booties sehen ein bisschen aus wie Socken aus z.B. Neopren, mit einer Gummisohle und einem Riegel zum Befestigen oberhalb der Hundepfote.

Sie sind nicht nur nützlich, wenn die Straßen in deinem Wohnort im Winter versalzen sind, sondern schützen auch vor heißem Asphalt.

Viele Outdoor-Sportler gewöhnen ihre Hunde frühzeitig an den Pfotenschutz. Wer im Zughundesport an Wettkämpfen teilnehmen will, muss sogar zeigen, dass sein Hund an Booties gewöhnt ist und im Falle einer kleinen Verletzung oder je nach Gelände auch mit Pfotenschuhen laufen könnte.

Im Zughundesport ist die Beanspruchung der Pfoten natürlich deutlich höher als im Alltag. Außerdem können die Trails auch mal über scharfkantiges, verharschtes Eis oder Schotter führen. Gesunde Pfoten ohne besondere sportliche Beanspruchung brauchen selten Booties. Als vorbeugende Maßnahme kann es aber sinnvoll sein, deinen Hund langsam an das Tragen von Booties zu gewöhnen. So kannst du, wenn es notwendig ist, auf den Pfotenschutz zurückgreifen.

 

Vaseline & Cremes für die Pfoten

Auch Cremes, die beliebte Vaseline oder das Melkfett können dir helfen, die Pfoten deines Hundes zu schützen.

Wie wirkt eigentlich Vaseline?

Vaseline wird aus Nebenprodukten der Erdöl-Raffinerie hergestellt. Damit ist Vaseline kein natürliches Produkt. Vaseline versorgt die Haut NICHT mit Feuchtigkeit oder wertvollen Nährstoffen! Vaseline ist einfach nur Fett, dass sich wie eine schützende Barriere über die Haut legt. So kann kein Streusalz an die Haut gelangen und sie schädigen. Die Haut kann auch nicht austrocknen. Auf der anderen Seite ist aber auch die Transpirationsfunktion der Pfote (das Schwitzen oder Atmen der Haut) eingeschränkt. Dadurch kann aber auch die Ballenhaut sich selbst wieder fetten und mit Feuchtigkeit versorgen, ohne dass die neu produzierte Feuchtigkeit gleich wieder verloren geht.

 

Melkfett besteht übrigens ebenfalls aus Vaseline. Ursprünglich war Melkfett eine Vaseline, die mit keimtötenden Substanzen angereichert wurde, damit das Euter der Milchkühe keimfrei gefettet werden konnte.

 

Wenn du Vaseline verwendest, solltest du nur immer bedenken, dass das Fetten der Pfoten einen Eingriff in die Funktionsweise und Feuchtigkeitshaushalt der Haut darstellt und Vaseline entsprechend sorgsam einsetzen.

Bevor du im Winter mit deinem Hund vor die Tür gehst, kannst du die Pfoten deines Hundes mit Vaseline oder Melkfett einreiben, um zu verhindern, dass sie rissig und von Streusalz angegriffen werden. Die Vaseline legt einen schützenden Fettfilm über die Haut und verhindert so, dass das Salz die Haut erreicht.

Pfotenschutz Hund Creme

Nach dem Spaziergang solltest du die Pfoten mit klarem, warmem Wasser von Vaseline- und Salzresten reinigen. Jetzt solltest du abwägen, ob die Pfoten deines Hundes gesund sind und einen Eingriff in ihre Balance benötigen (durch Vaseline oder natürliche Cremes) oder ihren Feuchtigkeitshaushalt selbst regulieren können.

 

Welche Hausmittel und Pfotenbalsam gibt es für die Pfotenschutz?

Sollten die Pfoten deines Hundes Unterstützung ihres Feuchtigkeitshaushaltes benötigen, habe ich hier einige Produkttests und DIY-Rezepte für natürlichen Pfotenbalsam für dich zusammengetragen 🙂

Nina und Käthe

 

Nina von Lieblingsviech stellt ihren eigenen Pfotenbalsam her, den sie auch für sich selbst als Lippenbalsam verwendet.

 

Rebecca und Pixie

 

Rebecca von LesWauz hat die Feeprotect Pfotenzauber-Salbe auf Sheabutter-Basis getestet. Ihren Testbericht könnt ihr hier lesen.

 

Steffi und Cäsar

 

Steffi von CaesarTheBorderCollie hat das Pfötchenbalsam von Wildcare getestet und berichtet hier über ihre Erfahrungen.

 

Was sind deine Erfahrungen mit den Gefahren für Hundepfoten? Ist dein Hund schon mal in flüssiges Bitumen getapst? Hast du eine Lieblingscreme für den Pfotenschutz?

Ich freue mich über einen Kommentar von dir! 🙂

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