Darf mein Hund am Fahrrad laufen?

[Infografik] Träumst du auch von Radtouren mit deinem Hund? Durch malerische Landschaften, Flüsse und Bäche laden zur Abkühlung ein, ein Picknick im Grünen … soweit die Pfoten tragen und die Räder rollen 🙂 Doch bevor du gleich deinen Hund aus dem Körbchen lockst und dich aufs Fahrrad schwingst, solltest du dir ein paar Fragen stellen: Darf dein Hund am Fahrrad laufen? Welche Voraussetzungen solltet ihr erfüllen, damit der Radtour nichts im Wege steht?

Den vollständigen Artikel findest du unter der Infografik – inklusive einem extra Check-Punkt! 🙂

Infografik Darf mein Hund am Fahrrad laufen

 

 

Das richtige Alter

Bevor du überhaupt darüber nachdenken solltest mit deinem Hund eine Fahrradtour zu planen und dafür seine Ausdauer zu trainieren, sollte dein Hund alt genug dafür sein. Erst wenn das Skelett ausgewachsen und stabil ist, ist dein Hund bereit für diese körperliche Belastung. Wann das soweit ist, ist von der Rasse deines Hundes abhängig. Meine Hündin Heaven ist als Border Collie – Australian Shepherd – Mix eher ein “Spätzünder”. Beide Rassen gelten als Spätentwickler und sind erst mit ca. 2 Jahren ausgewachsen (in manchen Büchern liest man 18 Monate, andere sagen 2,5 Jahre – und es variiert natürlich von Individuum zu Individuum). Kleinere Rassen hingegen, wie z.B. der Jack Russel Terrier sind bereits mit ca. 10-12 Monaten ausgewachsen. Aber das sind natürlich nur Richtwerte. Wann dein Hund ausgewachsen, kann man am Wachstumsknorpel an den Gelenken erkennen. Hat er noch viel Wachstumsknorpel heißt das, dein Hund wächst noch. Frage einfach mal deinen Tierarzt danach.

Startest du mit dem Training zu früh, kann der Knorpel in den Gelenken überlastet werden und das Risiko für Gelenkerkrankungen wie Hüftgelenksdysplasie und Arthrose steigt! Das selbe Risiko besteht übrigens auch, wenn du die Anstrengung im Training zu schnell steigerst.

Wenn dein Hund noch zu jung für Ausdauerleistung ist, kannst du aber natürlich trotzdem schon beginnen deinen Jungspund an dein Fahrrad zu gewöhnen. Junge Hunde können auch schon im Fahrradkorb oder im Lastenrad mitreisen. Du solltest aber bedenken, dass junge Hunde von den vielen Umweltreizen, die auch vom Fahrrad aus auf sie einströmen und das Geschaukel im Korb, das sie permanent ausgleichen müssen, angestrengt sein werden. Am besten, du gehst das Fahrradfahren mit deinem jungen Hund entspannt an, dann habt ihr beide auch langfristig Spaß daran.

 

Die richtigen körperlichen Voraussetzungen

Du solltest nicht nur auf das Alter, sondern auch auf die körperlichen Voraussetzungen deines ausgewachsen Hundes achten. Rassen, die einen fast quadratischen Körperbau haben (der Rücken ist etwas länger, als die Schulterhöhe des Hundes) sind optimal gebaut, um zügig und ausdauernd lange Strecken zu laufen. Hunde, die einen wesentlich längeren Rücken und dabei kürzere Beine haben, wurden für andere Aufgaben gezüchtet. Für einen Dackel oder einen Basset Hound kann langes Laufen am Fahrrad schnell Rücken- oder Gelenkprobleme verursachen.

Auch, wenn dein Hund zwar fast quadratisch gebaut ist, aber zu einer kleinen Hunderasse gehört, solltest du auf das Tempo achten. Mit kurzen Beinen muss dein Hund natürlich viel mehr Schritte machen und damit mehr Kraft aufwenden, als ein großer Hund. In jedem Fall solltest du dein Tempo an deinen Hund anpassen und genau darauf achten, wann dein Hund Zeichen von Erschöpfung zeigt. Ein kleiner Hund wird sich dann über Pausen in einem Fahrradkorb am Lenker oder auf dem Gepäckträger freuen, ein größerer Hund über einen Fahrradanhänger.

Kurzschnäuzige Rassen wie Französische Bulldoggen, Möpse oder Boxer bekommen bei körperlicher Anstrengung zudem schnell Atemprobleme. Hier solltest du besonders ein Auge darauf haben, welches Tempo deinem Vierbeiner noch gut tut. Wahrscheinlich ist es am besten, du schiebst dein Rad für eine Teilstrecke und wenn du wieder aufsteigen willst, darf auch dein Hund wieder in seinen Korb oder Anhänger.

 

Das OK vom Tierarzt

Bevor du mit dem Training beginnst, solltest du deinen Hund auf jeden Fall bei einem Tierarzt vorstellen, um sicherzustellen, dass dein Hund keine Erkrankungen oder Fehlstellungen hat.

 

Das richtige Gewicht

Zwar ist Bewegung prinzipiell auch dafür geeignet Übergewicht zu reduzieren, jedoch sollte dein Hund schon ein Normalgewicht haben, wenn du mit dem Ausdauertraining startest. Je mehr Gewicht dein Hund auf die Waage bringt, desto mehr werden seine Gelenke belastet. Wenn dein Hund noch etwas zu viel wiegt, dann solltest du zunächst mit gelenkschonendem Sport (z.B. Schwimmen) starten und ihn erst später auf eine Joggingrunde oder Fahrradtour mitnehmen.

 

Spaß an der Bewegung

Die wichtigste Voraussetzung für Ausdauertraining und generell das Laufen am Rad ist natürlich der Spaß an der Bewegung. Den meisten Hunden liegt das Laufen im Blut. Als Nachfahren der Wölfe, die einen Bewegungsradius von mehreren Dutzend Kilometern haben, gehen die meisten Hunde gern und ausdauernd spazieren, rennen und toben. Aber es gibt natürlich auch Sportmuffel unter den Hunden. Manche Rassen (vor allem Windhunde) wurden außerdem für kurze schnelle Sprints gezüchtet. Sie besitzen rassetypisch mehr weiße (Typ-II-Fasern) und viel weniger rote Muskelfasern. Ausdauernd mehrere Kilometer am Fahrrad zu laufen passt deswegen überhaupt nicht zu ihrer Natur. Das genaue Gegenteil dazu sind die Nordischen Hunderassen wie der Siberian Husky oder Malamuten. Seit Jahrhunderten ziehen sie in den traditionellen Regionen im Norden die Schlitten ihrer Menschen – im Energiespar-Trab stundenlang ohne zu ermüden.

Welcher Bewegungstyp dein Hund ist, konntest du sicher schon während eurer täglichen Spaziergänge einschätzen 😉