Wie sollte ich das Ausdauertraining vorbereiten?

Bevor dein Hund die Pfoten schwingen darf, solltest du noch ein paar Punkte beachten:

 

Ziel deines Trainings

Vor dem Start solltest du dir überlegen, was das Ziel des Ausdauertrainings sein soll:

  • Welche Strecken möchtest du zurücklegen?
  • Planst du kurze Strecken oder mehrtägige Radwanderungen?
  • Wie lange sollen deine Touren dauern?
  • Kann dein Hund zwischendurch im Fahrradkorb oder im Lastenrad eine Pause einlegen oder muss (oder darf 😉 ) er die gesamte Strecke laufen?
  • Wie fit ist dein Hund momentan schon?

Von den Antworten kannst du deinen Trainingsplan abhängig machen und die Einheiten entsprechend gestalten.

 

Fütterung

Du solltest deinem Hund einige Zeit vor dem Training nichts mehr zu fressen geben. Zwischen der letzten Mahlzeit und körperlicher Belastung sollten mindestens 2 Stunden, besser noch 4 Stunden, liegen. Zum einem würde die Verdauung den Kreislauf zu sehr belasten. Zum anderen besteht vor allem bei größeren Hunden das Risiko einer Magendrehung. Vor allem, wenn dein Hund vor Energie sprudelt und gern wie ein Reh neben dem Fahrrad herum hüpft anstatt gleichmäßig und trainingsoptimal zu traben 😉

 

Wetter und Temperatur

Generell solltest du deinen Hund bei warmen Temperaturen nicht überlasten. Intensives Ausdauertraining oder sportliche Fahrradtouren sind bei Temperaturen über 18°C tabu. Ein Hund kann seinen Körper nicht so großflächig kühlen wie der Mensch, sondern muss über Hecheln und über die Pfoten überschüssige Wärme abgeben. Schafft der Hundekörper das nicht schnell genug, drohen Kreislaufprobleme bis zum Zusammenbruch – ein Risiko, das du nicht unterschätzen solltest!

Entspannte Touren mit häufigen Pausen auf schattigen Wegen kann man auch noch bei etwas höheren Temperaturen planen. Trotzdem solltest du hier die Tour auf deinen Hund abstimmen. Hat dein Hund langes, dichtes (vielleicht sogar schwarzes) Fell bekommt er schneller Probleme als kurzhaarige Hunde. Ist dein Hund sehr fit, kann er die körperliche Belastung durch warmes Wetter vielleicht auch noch besser wegstecken als untrainierte Hunde. Trotzdem solltest du die Temperaturgrenze nicht zu hoch stecken und deinem Hund nicht zu viel zumuten. Wenn der Weg dann doch mal kurzzeitig durch die pralle Sonne führt, klettert das Thermometer schnell noch oben. Alternativ kannst du natürlich deine Radtour in die (sehr) frühen Morgenstunden verlegen, um die Wärme zu umgehen.

In den warmen Monaten kannst du auch darüber nachdenken, deinen Hund in einem Fahrradkorb mit auf die Tour zu nehmen und ihn nur kurze, schattige Strecken neben dem Rad laufen zu lassen. Wenn du bei dieser Gelegenheit dein Rad auch noch schiebst, dann kann dein Hund in seinem eigenen Tempo am Wegesrand bummeln und du kannst die tolle Sommer- Natur genießen 🙂

Auch bei hoher Luftfeuchtigkeit solltest du deinen Hund nicht körperlich belasten. Bedenke: dein Hund hechelt, um in dem Luftzug über die Zunge Feuchtigkeit verdunsten zu lassen und so seine Körpertemperatur zu senken. Bei hoher Luftfeuchtigkeit verdunstet viel weniger Feuchtigkeit beim Hecheln und das Hecheln kühlt daher wesentlich schlechter als bei niedriger Luftfeuchtigkeit.

 

Strecke und Untergrund

Hier muss man als Fahrradfahrer einen Kompromiss eingehen. Sofern du kein leidenschaftlicher Mountainbiker ist, der sich mit Lust über verwurzelte Waldwege und durch Schlammpfützen kämpft, wirst du sicher asphaltierte Wege zum Radfahren bevorzugen. Dein Hund leider nicht 😉 Denn langes Laufen oder sogar Ausdauertraining auf sehr harten  Böden belastet die Gelenke deines Vierbeiners. Weiche Waldböden oder Feldwege federn die Tritte der Pfoten wesentlich besser ab und sind damit gesünder.

Ich persönlich habe meinen eigenen Kompromiss gefunden: Führt der Weg längere Zeit über Asphalt, bleibt meine Hündin in ihrem Fahrradkorb, führt der Weg über Feldwege mit einigermaßen festgefahrenen Fahrspuren, dann darf sie selbst laufen und ich fahre und führt der Weg über weiche Waldwege, dann muss ich das Fahrrad eben mal schieben 😉

 

Aufwärmen

Auch wenn eine entspannte Radtour nicht gleich Hochleistungssport ist, ist ein gezieltes Aufwärmen vor dem Laufen trotzdem sinnvoll. Vor allem, wenn der Hund einige Zeit im Fahrradkorb mitgefahren ist und sich kaum bewegt hat. 10 Minuten sind hier oft schon völlig ausreichend, um Verletzungen vorzubeugen und sich auf die Tour oder die nächste Etappe vorzubereiten.